Archiv

März 2025: Sechs Kurzgeschichten auf einer Bühne


Scheinwerferlicht flammt auf – einige stehen in voller Montur bereit für ihren ersten Auftritt, andere suchen panisch hinter der Bühne ein Requisit oder kleben sich voller Vorfreude ihren falschen Bart an. Die diesjährige Produktion war eine Achterbahnfahrt: Von ausgelassenem gemeinsamem Herumspringen und Singen bis hin zur kollektiven Verzweiflung war alles dabei.

„6 Geschichten auf einer Bühne“ lautete die diesjährige Produktion. Anders als in den vergangenen Jahren führten wir diesmal kein klassisches Theaterstück auf, sondern sechs Kurzgeschichten. Das Besondere daran: Die Regie übernahmen erfahrene Mitglieder der Theatergruppe, die sich ihre Geschichten selbst aussuchten, sie für die Bühne adaptierten und die Regie führten.

Das Endresultat: sechs einzigartige Geschichten, bei denen wirklich von Allem etwas dabei war:

Es begann mit der selbstgeschriebenen Geschichte von Karim Buchs «Das stumme Mädchen», welche das tragische Schicksal eines jungen, an Schizophrenie leidenden Mädchens erzählt.

Weiter ging es mit Wolfgang Borcherts „Das Brot“ unter der Regie von Selin Korkmaz. Die Geschichte handelt von einem Ehemann, der heimlich Brot isst, und wirft tiefgründige Fragen zur Ehrlichkeit in Paarbeziehungen auf.

„Lamb to the Slaughter“ von Roald Dahl unter der Regie von Amélie Roos erzählt die tragikomische Geschichte von Mary, die mit einer Lammkeule den vermeintlich perfekten Mord begeht.

Nach der Pause ging es weiter mit Maupassants unheimlicher Geschichte „La Chevelure“ unter der Regie von Aline Kneubühl. Ein Mann verliebt sich in einen Zopf – kann das Gutgehen?

Die berühmte Kurzgeschichte „Das Fenstertheater“ von Ilse Aichinger unter der Regie von Florence Stattenberger, hob sich durch seine ausgeweitete Spielfläche besonders hervor. Sie beschreibt, wie eine Karen getäuscht wird, als sie einen älteren Herrn herumalbern sieht. Die Gardinenpolizistin stürmt schliesslich mit der Polizei im Schlepptau dessen Wohnung, als sich herausstellt, dass der Mann in Wirklichkeit mit einem Kind kommunizierte. Florence platzierte das Kind und die hysterische Dame auf der Bühne und den älteren Herrn neben der Technik – dies sorgte für viele lustige Momente.

Zum Schluss gaben wir noch einmal alles mit Ray Bradburys „There Will Come Soft Rains“ unter der Regie von Christoph Blanc. Dies war mit Abstand das anspruchsvollste Stück, da wir uns unzählige Abläufe einprägen mussten. Die zusätzliche Schwierigkeit: Es wurde auf Englisch gespielt. Zusammengefasst behandelt die Geschichte das Ende der Menschheit – nicht jedoch das Ende ihrer automatisierten Maschinen, die weiterhin in Betrieb bleiben. Da es, wie erwähnt, keine Menschen mehr gibt, mussten wir alle Maschinen spielen, was zu vielen witzigen Momenten führte, in denen wir gemeinsam die absurdesten Ideen umsetzten.

Es war wie immer eine tolle Produktion, in der wir viele neue Leute kennengelernt und vor allem jede Menge Spass hatten.

Nach den ganzen anstrengenden Wochen schließen wir das Jahr traditionell mit einem Improbattle gegen die FMS ab.

Lilli Glockner für FryK

März 2024: Romulus der Große


Römisches Reich forever...

…oder wohl doch nicht, wie man in unserem diesjährigen Stück sehen konnte. Die bekannte Tragikomödie, Romulus der Grosse, von Friedrich Dürrenmatt, handelt von dem römischen Kaiser Romulus. Er lebt zusammen mit seiner Frau Julia und seiner Tochter Rea im königlichen Palast in Rom. Man könnte meinen die germanische Gefahr würde sie alle zusammenschweissen, ein idyllisches Familienleben sieht jedoch ganz anders aus. Besonders er und seine Frau können sich wohl nicht ausstehen, denn sie kriegen sich immer wieder in die Haare. Romulus’ grosse Leidenschaft zu seinem Federvieh scheint wohl auch nicht zu helfen. Anstelle sich mit der Rettung seines Reiches zu beschäftigen, züchtet er lieber Hühner und vergleicht Preise von Hühnerfutter. Genau diese Leidenschaft verbindet ihn aber mit seinem grössten Feind, dem germanischen Feldherr Odoaker, wie sie bei ihrem ersten Zusammentreffen herausfinden. Ein Gespräch über Hühnerzucht scheint wohl zuerst angebrachter als eins über Politik. Noch komischer wird es dann, als sich beide dem anderen unterwerfen wollen. Wie das wohl für das römische Weltreich ausgehen wird?

Besonders spannend fanden wir es, dass wir unsere eigene Interpretation des Stücks spielen konnten. So wurde zum Beispiel aus Cäsar Rupf der schweizerische Käsar Rupf und die Hühner von Romulus tragen Namen wie Trumpus oder Puttinus. Auch der Römische Gruss wurde zu einem freshen Handschlag mit den Worten «Römisches Reich forever». Ziemlich zynisch, wenn man bedenkt, dass diese Worte von Romulus stammen, der eigentlich von Anfang an den Untergang seines Reiches plante.

All diese Ideen entstanden in unserer Probewoche, während den Sportferien. In unzähligen Stunden haben wir gemeinsam geprobt, gegessen und gelacht, um schliesslich unser Stück dem Publikum zeigen zu können. Wir hatten eine super Zeit alle zusammen und sind als Gruppe wirklich zusammengewachsen. Besonders unsere Leidenschaft zu Mate hat uns verbunden, sie war fast mit Romulus’ Hühnerleidenschaft zu vergleichen.

Dezember 2023: St.NikolausFest

St. Nikolaus

MarionettenTheater


FryK präsentierte im Dezember 2023 zum ersten Mal das beliebte St.Nikolaus-Marionettentheater für Kinder auf deutsch.


Radio Freiburg war live dabei!

Juni 2023: Improbattle

FryK misst sich einmal im Jahr mit FMS-Theater, der Theatergruppe der Fachmittelschule Freiburg.

Das Ganze findet natürlich im Rahmen absoluter Kollegialität und dem Spass am Zusammenspiel mit unserer Lieblingstruppe Fryburgs (neben uns...) statt.

März 2023: 1984

BIG BROTHER IS WATCHING YOU!

Dies war das Zitat unseres diesjährigen Theaterstücks, basierend auf dem Roman “1984” von George Orwell. Er erzählt die Geschichte von Winston Smith und seinem Leben in einem Staat, in dem alles überwacht wird. Die Bewohner dieser Zeit glaubten an die Devise des Staates, die wie folgt lautete: «Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke.» Während alle bedingungslos dem Regime folgen, hat Winston da seine Zweifel. Diese werden nur noch mehr verstärkt, als er auf die von Natur aus rebellische Julia trifft. Trotz all der Verbote und Überwachung beginnen die beiden eine Liebesbeziehung und beginnen den Staat mehr und mehr zu hinterfragen. Wird das wohl gut gehen?

Besonders spannend fanden wir die Aktualität der Themen in unserer jetzigen Zeit, aber auch erschreckend, dass George Orwell mit seiner Geschichte so genau die heutige Situation einiger Staaten widerspiegelt.

Wir fanden es auch sehr beeindruckend, wie die Bewohner dieses Staates alles glaubten und nichts hinterfragten. Viele glaubten sogar etwas Gutes zu tun, obwohl sie Personen und Familien mit ihrem Handeln zerstörten. Sie hatten auch nicht Angst davor Gewalt anzuwenden, wie zum Beispiel Folter.

Besonders anspruchsvoll, aber auch spannend, fanden wir es den Rollen gerecht zu werden und ihre Lebensumstände wahrheitsgetreu darzustellen. Da wir nur zu sechst waren, hatten wir alle mehrere, verschiedene Rollen. Wir mussten also schnell umdenken, da jeder Charakter verschiedene Charakteristiken, Weltansichten und Lebensumstände hatte. Auch das Überbringen der düsteren Atmosphäre war nicht immer einfach.

Auch wenn es ein sehr dramatisches Stück war, war das Proben nicht so düster, wie man vielleicht denkt. Es hat unglaublich viel Spass gemacht und besonders in der Probewoche sind wir als Gruppe zusammengewachsen. Jede Probe war anders und wir hatten immer etwas zum Lachen.

Wir hatten viel Freude daran unsere harte Arbeit nach vielen intensiven Wochen mit dem Publikum teilen zu können und die darauffolgenden Reaktionen zu sehen.